Jobsharing & Topsharing: Moderne Zusammenarbeit neu gedacht
Jobsharing beschreibt ein Arbeitsmodell, bei dem zwei oder mehr Personen eine gemeinsame Funktion übernehmen und sich sowohl Aufgaben als auch Verantwortung teilen. Diese Form der Zusammenarbeit ermöglicht eine hohe Flexibilität und eröffnet Unternehmen Zugang zu qualifizierten Fachpersonen, die kein Vollzeitpensum leisten möchten oder können. Besonders im Topsharing – dem geteilten Führen – zeigt sich das Potenzial dieses Modells: Führung wird nicht als Einzelrolle verstanden, sondern als kollaborative Aufgabe, in der unterschiedliche Perspektiven und Stärken zusammenwirken.
Dass Jobsharing und Topsharing weit über ein Teilzeitarrangement hinausgehen, belegen zahlreiche Beispiele. In unserem Blog sind verschiedene Job-Tandems von Schweizer Unternehmen und Institutionen portraitiert. Solche Erfolgsgeschichten zeigen eindrücklich, dass Jobsharing auf allen Ebenen funktioniert – auch dort, wo früher primär Einzelverantwortung erwartet wurde.
Warum Jobsharing an Bedeutung gewinnt – und was es braucht, um zu funktionieren
Der anhaltende Fachkräftemangel verstärkt den Trend zu flexiblen Arbeitsmodellen. Jobsharing bietet Unternehmen die Möglichkeit, erfahrene und hochqualifizierte Personen zu gewinnen oder im Unternehmen zu halten. Für Führungsteams entsteht dadurch ein Kompetenzgewinn, denn zwei Personen bringen naturgemäss mehr Erfahrung, Perspektiven und Methodenvielfalt ein als eine einzelne. Gleichzeitig erhöht sich die Stabilität, da Abwesenheiten besser abgefedert werden können und Wissen nicht nur an einer Person hängt.

Trotz dieser Vorteile braucht Jobsharing eine sorgfältige Einführung. Erfolgreiche Modelle entstehen dort, wo Rollen klar definiert und Entscheidungswege transparent festgelegt sind. Wichtig ist zudem, dass die Passung zwischen den Jobsharing-Partner:innen stimmt und das Umfeld auf das Modell vorbereitet wird. Unternehmen, die Jobsharing einführen möchten, sollten insbesondere folgende Punkte klären:
- Rollen- und Aufgabenklärung
- Verantwortlichkeiten, Schnittstellen und Entscheidungsräume müssen eindeutig beschrieben sein.
- Werteverständnis und Kommunikation
- Gemeinsame Werte, ein ähnliches Führungsverständnis sowie ein gemeinsamer Austauschrhythmus und transparente Kommunikation sichern Kontinuität.
- Team- und Stakeholder-Einbindung
- Klarheit schafft Vertrauen und verhindert Unsicherheiten.
Rechtlich ist Jobsharing in der Schweiz unkompliziert: Jede Person hat ihren eigenen Arbeitsvertrag, individuelle Sozialversicherungsabrechnungen und persönliche Kündigungsfristen. Die geteilte Rollenbeschreibung funktioniert als übergeordnete Funktionsdefinition – und bildet ein zentrales Element des Modells.
Ein Arbeitsmodell mit Zukunft – für Fachkräfte, Führung und Organisationen
Jobsharing und Topsharing sind mehr als flexible Arbeitszeitmodelle: Sie sind eine Antwort auf veränderte Erwartungen an Arbeit, Führung und Vereinbarkeit. Organisationen profitieren von breiterer Expertise, reduzierten Ausfallrisiken und einer modernen Führungskultur, die Zusammenarbeit statt Einzelverantwortung in den Mittelpunkt stellt. Mitarbeitende wiederum erhalten die Möglichkeit, anspruchsvolle Positionen auch in Teilzeit auszuüben, verschiedene Aufgabenbereiche wie beispielsweise Projektarbeit und Führungsarbeit zu kombinieren oder Verantwortung mit einer Person auf Augenhöhe zu teilen.
Jobsharing schafft Synergien, die über eine reine Aufteilung der Arbeit hinausgehen. Es verbindet Perspektiven, fördert Reflexion – und führt in vielen Fällen zu besseren Entscheidungen.
Der Schweizer Markt zeigt, dass sich Jobsharing etabliert und zunehmend professionalisiert wird. Unternehmen setzen vermehrt auf interne Matching-Prozesse, Mentoringformate und strukturierte Übergabemodelle, um geteilte Funktionen optimal zu unterstützen. Damit wird Jobsharing nicht nur zu einer flexiblen Option, sondern zu einem strategischen Instrument für Talentgewinnung und Führungsentwicklung.
Jörg Lienert AG: In beratender Funktion unterwegs
Für die Jörg Lienert AG ist Jobsharing keine Ausnahme, sondern eine gleichwertige Option in jedem Suchmandat. Entscheidend ist nicht, ob eine Rolle von einer oder zwei Personen ausgefüllt wird – sondern ob sie wirksam gestaltet wird. Und genau hier entfaltet Jobsharing sein Potenzial: als kollaborative, zukunftsorientierte Form der Zusammenarbeit, die Menschen und Unternehmen stärkt. Für uns hat dieses moderne Arbeitsmodell Einfluss auf den Such- und Auswahlprozess. Auch wenn es nur Nuancen sind - es sind wichtige Erfahrungswerte, die uns als beratendes Personalunternehmen auszeichnen und uns zu einer wertvollen Sparringpartnerin bei Top- und Jobsharing befähigen. Das beginnt bei der Ausschreibung und endet bei der Absicherung - zum Beispiel mittels Lienert-Loop Assessments.