Einblicke von der Jörg Lienert AG | Autoren: Markus Theiler/Jörg Lienert
Leidenschaft als Motor unternehmerischer Entwicklung
Leidenschaft treibt Unternehmen an. Sie ist oft der Ursprung von Innovation und Engagement – der Funke, der Mitarbeiter und Führungskräfte motiviert. Für Jörg Lienert war Begeisterung für Menschen und deren Geschichten der Antrieb, als er 1983 die Jörg Lienert AG gründete. Dabei stand immer im Mittelpunkt: die Verbindung von guter Führung und passender Besetzung.
Doch Leidenschaft allein reicht nicht, betonte Lienert beim Vortrag. Wird sie zu eng mit der eigenen Identität verknüpft, entsteht Abhängigkeit vom Unternehmen, statt dass das Unternehmen unabhängig gedeiht. Frühes Nachdenken über Übergaben und Nachfolge sei daher entscheidend – sowohl emotional als auch organisatorisch.
Loslassen als Voraussetzung für Neues
Ein prägendes Bild aus Lienerts Kindheit illustriert dies: „Manchmal müssen ältere Bäume gestutzt werden, damit jüngere Platz zum Wachsen bekommen“, erinnerte er sich an seinen Vater, Kantonsoberförster. Für ihn symbolisiert es, dass Loslassen nicht Verlust bedeutet, sondern Voraussetzung für Entwicklung ist – im Unternehmen wie im persönlichen Leben.
Loslassen sei keine rein organisatorische Aufgabe, sondern emotionale Arbeit. Vom Entscheider zum Begleiter, vom Macher zum Mentor: Die Rollen wechseln, ohne dass die Verantwortung verschwindet. So können Lebenswerke weitergetragen werden – getragen von Vertrauen, Erfahrung und der Bereitschaft, Neuem Platz zu machen.
Sein Fazit: Leidenschaft bleibt der Anfang. Loslassen ist die Reife. Wer beides vereint, ermöglicht Wachstum, neue Impulse und eine nachhaltige Zukunft.